„Unsere Gesellschaft im Datenzeitalter: Oligopol oder offenes Ökosystem?“ von Dr. Hubert Jäger

Sehr geehrte Damen, liebe Freunde der Rheno-Nicaria, liebe Kartell- und Bundesbrüder,
herzlichen Dank, dass Ich dieses Jahr die Festrede hier auf unserem Stiftungsfestkommers
halten darf. Meine Aktivenzeit war vor fast 40 Jahren. Drei Jahre wohnte ich im hintersten
Zimmer vor dem Vesperstüble und habe von Anfang an eine herzliche Aufnahme und einen
wertvollen Freundeskreis hier in der Rheno Nicaria gefunden! Zweimal war ich
Wintersemestersenior, einmal Fuxmajor, immer heftig in Hausrenovierungen involviert und
auch eine Zeit lang Getränkewart. Als Abstinenzler tauschte ich statt Bierzipfel
Apfelsaftschorlezipfel. Das war in der Rheno-Nicaria, so lange ich unseren Verein kenne, voll
akzeptiert, obwohl es spöttische, aber nie wirklich bös gemeinte Sprüche in diesem
Zusammenhang gab.
Wie der Senior bereits gerade erwähnte, bin ich nach meinem Elektrotechnikstudium hier in
Stuttgart an die ETH in Zürich weitergezogen und habe mich dort in der Informations- und
Datenübertragungstechnik vertieft und dann in München bei Siemens mein berufliches Leben
begonnen. In der Schweiz habe ich auch meine heutige Frau kennen gelernt. Wir haben
zusammen drei inzwischen erwachsene Söhne. Nach Stationen in USA und sehr kurz in China
habe ich 2009 zusammen mit zwei Mitgründern mein erstes Start-up, die Uniscon GmbH,
gegründet. Diese Firma habe ich 2017 erfolgreich an TÜV SÜD verkaufen können. Schon
damals und auch jetzt mit meinem zweiten Start-up, der real-cis GmbH, ging es mir um die
Entwicklung von sicherem Cloud-Computing als Dreh- und Angelpunkt von
vertrauenswürdiger Datenverarbeitung, und jetzt bei real-cis ist ein zusätzlicher Fokus, die
Cloud nicht nur sicher, sondern auch so grün wie möglich, d.h. so nachhaltig wie möglich zu
bauen, das heißt mit einem möglichst kleinen CO2-Fußabdruck. Nur was hat mich daran so
fasziniert und motiviert?
Das bringt mich thematisch zum Titel unseres Festvortrags:
„Unsere Gesellschaft im Datenzeitalter: Oligopol oder offenes Ökosystem?“
Wenn meine Consemester und ich, wir Babyboomer, vielleicht noch eher dem Zeitalter des
Automobils zugeordnet werden können, ist mit dem World Wide Web, dem rasanten
Wachstum des Mobilfunks und der Smart Phones und in den letzten zweieinhalb Jahren auch
durch die verblüffenden Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz definitiv das Datenzeitalter
mit Big Data angebrochen.
Verehrte Festgemeinschaft, wir leben in einer Zeit des Umbruchs und der Verunsicherung.
Und das hat nicht nur nebenbei sondern ganz essenziell mit der Dynamik, und ich möchte
sagen, den Geburtswehen des Datenzeitalters zu tun!
Brexit, hybride Kriegsführung Russlands, Wiederwahl eines clownesken Möchtegern-
Autokraten als Regierungschef der USA, Aufschwung von Rechtspopulisten überall in Europa
und der Welt, Social Media und Chats als Brutstätte von Terrorismus; außerdem soziale
Probleme wie Cybermobbing, gesellschaftliche Isolation und Handysucht sind genauso
besorgniserregende Entwicklungen wie die Bedrohungen für unseren Rechtsstaat und die
freiheitlich demokratische Grundordnung.
Diese Entwicklungen haben zu großen Teilen mit der technischen Entwicklung im Bereich der
Elektronik und dem Cloud Computing, sowohl auf der Hardware- als auch auf der Software-
Seite, zu tun.
Wenn ich hier die Frage stelle „Oligopol oder offenes Ökosystem?“, gehe ich davon aus, dass
ein Großteil von Ihnen und Euch sagt: „Das ist doch klar!“
Wer will schon ein Oligopol mit all den damit verbundenen Negativseiten:
Machtkonzentration, Unkontrollierbarkeit, Marktversagen mit höheren Preisen, usw.?
Aber ein anderer Teil von uns fragt vielleicht: Ja, ist es nicht schon zu spät, wir haben doch
heute schon die Tech-Giganten und den weltweiten Einfluss ihrer größten Shareholder, den
Oligarchen. Ein offenes Ökosystem wäre schön, ist aber doch reines Wunschdenken!
Für beide Denkrichtungen auf die Frage „Oligopol oder offenes Ökosystem?“ möchte ich heute
Abend ein paar Impulse geben:
Zunächst lassen Sie mich, lasst mich ein bisschen ausführen, wie durch ein Datenoligopol
unsere Freiheit und unsere Menschenwürde in Gefahr sind. Sich die Dimension der
Abhängigkeit klar zu machen, in die wir bereits durch die Dominanz der Tech-Giganten
geraten sind, scheint mir einigermaßen wichtig. Denn, in vielen Lebensbereichen beobachten
wir den „Attitude-Behaviour-Gap“, also die Lücke, den Zwiespalt zwischen unserer mehr oder
weniger rationalen Einsicht und unserem tatsächlichen Verhalten. Wir kennen das vom
Rauchen, vom Klimaschutz und eben auch von unserem Verhalten im Digitalen Raum.
Aber zunächst, wie konnte es überhaupt zu dieser Dominanz kommen? Zwei Schlagworte
lohnen sich vielleicht zu verdeutlichen:
Erstens, das sogenannte „Moore’sche Gesetz“ trifft bis heute nahezu unverändert zu. Es
besagt, grob gesprochen, dass sich die Leistungsfähigkeit der Rechenchips für dasselbe Geld
alle zwei Jahre verdoppelt. Eigentlich kein Gesetz, sondern eine empirische Beobachtung, und
zugleich Planungsvorgabe für das gesamte wirtschaftliche Ökosystem des Halbleitermarkts.
Hätte sich die Technologie der Halbleiter und der Prozessoren die letzten 50 Jahre nicht so
schnell und exponentiell entwickelt, müssten wir auf die heutigen digitalen Errungenschaften
noch zig oder hunderte von Jahren warten. Dabei waren große staatliche Investitionen in den
USA ein wichtiger Treiber; das können wir heute auch in China beobachten; Vergleichbares
hat es jedoch in Europa bislang – von Airbus vielleicht abgesehen – so noch nicht gegeben.
Zweitens meine ich das Schlagwort der „Hyperscaler“. Damit sind Unternehmen gemeint, die
Software erzeugen und es schaffen, dass diese von sehr vielen Usern benutzt wird, sodass die
Software-Entwicklungskosten ökonomisch nicht mehr ins Gewicht fallen und daher bei der
Software-Entwicklung mit viel Einsatz rasante Fortschritte gemacht werden können. Software
kann man eben beliebig, praktisch ohne Grenzkosten, kopieren und so für wenig Geld sehr
viele Nutzer damit versorgen.
Dazu kam, dass sich im Internet in den späten 90-iger Jahren das systematische Sammeln und
Auswerten von Daten als dominantes Geschäftsmodell etablierte. Anwendungen wie die
Suchmaschinen (schnell etablierte sich Google als Meta-Suchmaschine) oder ein digitales
Poesiealbum (also Facebook) konnten sich schnell verbreiten, weil mit den gesammelten
Daten den Werbetreibenden lukrative Dienste angeboten werden konnten, und so ein
kostenloses Angebot an die Nutzer finanziert werden konnte. Als die Dienste nach und nach
massenhaft angenommen wurden, konnte die Werbung gezielt diejenigen erreichen, die sie
erreichen sollte, die Streuverluste der Werbung, wie man sie in Zeitungen oder im Fernsehen
kennt, also dass Werbung von Menschen angesehen wird, die gar nicht der Zielgruppe
angehören, diese Streuverluste sinken im Internet um Größenordnungen.
Die Kehrseite dieses Geschäftsmodells ist, dass die Internetnutzer zu gläsernen Nutzern
wurden. Werbung kann zu Manipulation vor politischen Wahlen verwendet werden. Die
Nutzer finden sich, sofern sie sich nicht bewusst und aktiv über ihren eigenen Tellerrand
hinaus informieren, in einer ganz auf sie individuell zugeschnittenen Informationsblase
wieder.
Da die Erzeugung und Verbreitung von Inhalten mit den neuen Medien verglichen mit
gründlichem journalistischem Arbeiten so günstig ist, und Rechenschaft über die Richtigkeit
des Inhalts allein schon wegen der Schnelllebigkeit der Nachrichten meistens nicht abzulegen
ist, verbreiten sich irreführende Falschnachrichten meist völlig ungehindert. Mehr noch,
radikale oder reißerische Nachrichten werden von den Reichweitenalgorithmen besonders
verstärkt. So kam und kommt es zu immer irrationaleren politischen Entscheidungen, wie
dem Brexit oder der Wahl von Donald Trump, und zur Stärkung von rechtspopulistischen
Parteien in ganz Europa. Lüge wird immer schamloser und systematisch als politisches Mittel
eingesetzt.
Propaganda und Gleichschaltung hat in totalitären Systemen auch schon vor den Zeiten des
Internets funktioniert. Wir wissen das aus der Zeit des Nationalsozialismus bei uns in
Deutschland und sehen es heute noch, z.B. in Nordkorea. Aber in China wird mit dem Internet
noch effizienter versucht, die Konformität und ein Wohlverhalten durch eine vollständige
Überwachung der Bürger zu erzwingen. Das Putin-Regime kann die russische Bevölkerung
dank des Internets besonders effizient entsprechend der eigenen Machtgelüste steuern und
die massenhaften Verbrechen gegen die Menschenwürde der ukrainischen Bevölkerung und
jener der eigenen Soldaten scheinbar rechtfertigen.
Die USA könnten jederzeit als Teil harter Sanktionen die iPhones, die Android-Smart-Phones
und die Windows-Computer in Russland abschalten. Tun sie aber nicht, da diese Geräte
weltweit nicht nur das Trainingsmaterial für die künstliche Intelligenz, sondern auch den
größten Teil des Lagebildes für die Geheimdienste liefern. Natürlich werden auch die Bürger
befreundeter Staaten, und nicht nur ihre ehemalige Kanzlerin überwacht. Vor 10 Jahren
wurde durch den Whistleblower Edward Snowden bekannt, wie weit die
Überwachungsmaßnahmen der US-Administration reichen. In den letzten 10 Jahren wurde
dieses System nicht abgebaut, sondern ausgebaut und perfektioniert.
Bislang galt der sogenannte „Kill Switch“, also das Abschalten der durch die amerikanischen
Cloud-Dienstanbieter bereitgestellten IT, oder sogar weiter Teile des Internets nur als
hypothetische Option. Aber Donald Trump hat jetzt erstmals per Dekret Microsoft
angewiesen, den Account des Chefanklägers des Internationalen Gerichtshofs, Karim Khans,
zu blockieren. Also ist es für Karim Khan weder möglich auf die Daten zuzugreifen, noch kann
er den Dienst weiterhin nutzen. Das Gleiche kann technisch gesehen genauso einfach für
Organisationen und ganze Staaten vollzogen werden.
Soweit zur Dominanz der USA im Digitalen. Nun möchte ich mir der Frage zuwenden, wie wir
damit umgehen, ob es eine Lösung zu dieser Problematik geben kann.
Viele sind durch die Dominanz eingeschüchtert. Warum denken viele in Europa, warum
denken viele in einer Industrienation wie Deutschland, dass wir mit Unternehmen und
Hochschulen aus unserem Rechtsraum nicht in der Lage wären, Cloud-Systeme für unsere
Industrie, für unseren öffentlichen Dienst, unser Militär und auch die Konsumenten zu bauen?
Die Anzahl der Nutzer, die Skalierung, würde für einen wirtschaftlichen Betrieb ohne Weiteres
genügen.
Neben dieser, sich als „Realisten“ begreifenden Gruppe, gibt es die – ich nenne sie die
„Aufrechten“ – die daran festhalten, dass europäisches Recht doch durchsetzbar sein sollte.
Die prominenteste Person in diesem Spektrum ist der österreichische Rechtsanwalt Max
Schremms, der mit seinen erfolgreichen Klagen gegen die Abkommen zwischen der EU und
den Vereinigten Staaten zum Datenschutz, die jeweils wortreich den europäischen
Datenschutz aushebeln, wichtige politische Zeichen setzt.
Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe, die „Optimisten, technischen Visionäre und
Tüftler“, die sich einbilden, trotz der Einwände der „Realisten“ technisch wettbewerbsfähige
Lösungen schaffen zu können. Zu dieser Gruppe möchte ich mich gerne zählen können.
Ich möchte nun der Versuchung widerstehen, einen technischen Vortrag zu halten, sondern
versuche stattdessen, den Begriff der digitalen Souveränität zu diskutieren. Digitale
Souveränität ist ein viel gebrauchtes Schlagwort. Die meisten Definitionen bleiben bislang
unkonkret, so auch beim neuen Bundesministerium für Digitales: Dort heißt es, dass Digitale
Souveränität die Fähigkeiten und Möglichkeiten von Individuen und Institutionen meint, ihre
Rollen in der digitalen Welt selbstständig, selbstbestimmt und sicher ausüben zu können.
Doch was bedeutet das für die Anforderungen, die an die IT-Systeme gestellt werden müssen?
Ich versuche das vereinfacht in drei Punkte zu fassen:

  1. In Systemen, die souverän genutzt werden können, ist die Vertraulichkeit der Daten so gut
    geschützt, dass sie auch mit großem Aufwand oder krimineller Energie praktisch nicht verletzt
    werden kann. Heute ist das nicht annähernd der Fall. Die großen Internetplayer gründen ihre
    Geschäftsmodelle darauf, die Daten der Nutzer mitzulesen, und die Cloud-Dienste, die
    Vertraulichkeit versprechen, können diese bislang nur mit Vorschriften und Regeln für ihre
    Mitarbeiter absichern. Lösungen, die Vertraulichkeit technisch garantieren können, nennt
    man „Confidential Computing“.
  2. Der Schutz der Daten gegen Verlust in entsprechenden Systemen ist so hoch, dass die
    Daten praktisch weder durch technische Defekte, noch durch Wegfall des Anbieters des
    digitalen Dienstes, noch durch Dekrete aus drittstaatlichen Rechtssystemen verloren gehen
    können. Dazu ist es notwendig, dass ein verschlüsseltes Backup angelegt wird, auf das man
    unabhängig vom Anbieter zugreifen kann, und die Schlüssel um diese entschlüsseln zu
    können müssen resilient zur Verfügung stehen, obwohl man nur selbst Zugriff darauf hat.
  3. Schließlich, muss eine Wechselmöglichkeit zu anderen Anbietern vorliegen. Das ist ohne
    Open Source Software nicht leicht zu verwirklichen. Wenn der Software-Code für das
    Dienstangebot offen vorliegt, gibt es eine Mehrzahl von Anbietern, und sollte der eigene
    Anbieter aufgeben oder zur Einstellung des Dienstes gezwungen werden, so findet man bei
    quelloffenen Angeboten einen Ersatz zu viel geringeren Transferkosten, als wenn man von
    einem anbieterspezifischen Angebot zu einem anderen Angebot wechseln muss.
    Liebe Freunde, sobald und sofern sich in Zukunft souverän nutzbare Systeme etablieren,
    verändert sich notwendig auch die gesamte Internetökonomie. Es ist nicht so, dass alles nur
    noch mit Bezahldiensten funktionieren kann. Die Open-Source-Bewegung steht sogar
    besonders für frei nutzbare Angebote. Auch die gezielte Werbung ist in souverän nutzbaren
    Systemen gut vorstellbar. Es ist ja auch angenehm, wenn ein System für einen „mitdenkt“, und
    einem interessante Angebote macht. Nur möchte man das in der gerade passenden Rolle
    angeboten bekommen. Wenn ich auf der Suche nach einem Geschenk für meine Frau bin,
    möchte ich nicht Playmobilschiffe angeboten bekommen, nur weil ich letzte Woche auf der
    Jagd nach einem Kindergeschenk war. Ich möchte also zwischen einer Rolle „Ehemann“ und
    einer Rolle „Vater und Patenonkel“ unterscheiden können.
    Das für die erste Voraussetzung für digitale Souveränität notwendige Confidential Computing
    ist auch nicht als Werkzeug zum generellen Ausschluss des Staates zu sehen. Sofern die
    Verhältnismäßigkeit es gebietet, kann Confidential Computing auch einen gesetzlich
    geregelten, eng umfassten rechtsstaatlichen Zugriff ermöglichen, der für die Aufklärung von
    Schwerverbrechen und Terrorismus notwendig ist. Dabei können die Aufsichtsgremien, die
    Sicherheitsbehörden kontrollieren sollen und müssen, viel besser als heute überwachen, dass
    Strafverfolgung nicht über das vorgesehene und gesunde Maß hinausschießt.
    Ein offenes digitales Ökosystem wird durch eine Reihe weit verbreiteter und reifer Open-
    Source-Anwendungen, eine Vielzahl von unterschiedlichen Anbietern, und vor allem – so eine
    positive Vision – von verantwortungsbewussten, freien und durch die Systeme in ihrem
    selbstbestimmten Handeln unterstützte Nutzer charakterisiert sein. Vor zehn Jahren war
    beispielsweise Libre Office als Alternative zu Microsoft Office noch etwas das sehr viel Liebe
    zur Sache und Leidensfähigkeit Wechselwilliger erforderte. Heute ist das schon ganz anders
    und ist, wenn man sich an paar Macken gewöhnt hat, ähnlich gut zu nutzen.
    Zum Schluss vielleicht noch ein paar kurze Worte zum Arbeitsgegenstand meiner Firma real-
    cis: Wir versuchen die genannten drei Voraussetzungen für digitale Souveränität überprüfbar,
    d.h technisch verifizierbar zu machen, sodass die Nutzer von Cloud-Diensten sich mit
    kryptografischer Härte davon überzeugen können, dass genau die Software, die sie kennen,
    und die ausgeführt werden soll, tatsächlich auf als sicher anerkannten Prozessoren
    ausgeführt wird. Wir nennen das „Verifiable Digital Computing“.
    Zusätzlich versuchen wir das Cloud Computing so grün wie möglich zu machen. Die
    Rechenzentren von heute blasen so viel Treibhausgas in die Atmosphäre wie jeweils der
    Flugverkehr oder die Schifffahrt. Auch hier müssen also die Emissionen drastisch reduziert
    werden. Wir haben den „BetterGreen.Cloud“ genannten Ansatz entwickelt, bei dem die Cloud-
    Server aus den Rechenzentren herausgenommen werden können, und dort betrieben
    werden, wo Abwärme direkt ohne die Verluste von Fernwärmenetzen genutzt werden kann,
    wo lokal erzeugter Strom zur Verfügung steht, der die Stromnetze nicht belastet. Dies hat den
    weiteren Vorteil, dass die Server nicht den teuren Platz in aufwändigen Rechenzentren
    beanspruchen, wo ältere Technik sehr schnell durch neue ersetzt werden muss. So werden
    die Server doppelt so lange betrieben und erst viel später verschrottet.
    Zusammenfassend möchte ich sagen, dass
  4. überprüfbar souverän nutzbare Systeme schwer im Kommen sind,
  5. durch den schockartigen Vertrauensverlust in den US-amerikanischen
    Rechtsstaat das Interesse an echter digitaler Souveränität eine ganz neue
    Ernsthaftigkeit gewonnen hat und
  6. die Qualität der offenen Angebote sich in der letzten Dekade erheblich
    verbessert hat, sodass man heute sagen kann, dass der Wechsel von den
    Internetgiganten zu offenen Angeboten gut möglich ist, und lediglich
    Entschlossenheit und Ausdauer bei den Verantwortlichen erforderlich wäre.
    Ich fordere Sie und Euch auf, bei diesem Wandel zu einem offenen Ökosystem für das digitale
    Zeitalter in jeweils Eurer Rolle engagiert mitzuwirken, und wünsche der Rheno-Nicaria ein
    kräfiges vivat, crescat, floreat ad multos annos!

(dankenswerterweise vom Festredner bereitgestellt)

Kategorien: Festreden

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