Am Abend des 23. Oktobers fand sich eine stattliche Runde von Bundesbrüdern und Alten Herren in Stuttgart ein, um gemeinsam ein Konzert des Sullivan Fortner Trios im Bix Jazzclub zu besuchen. Der traditionsreiche Club am Leonhardsplatz bot den passenden Rahmen für einen stilvollen und zugleich geselligen Abend. Nach einer kurzen Begrüßung begann auch schon das mit Spannung erwartete Konzert
des Trios. Dessen namensgebender Pianist Sullivan Fortner gilt seit Jahren als eine der prägendsten Stimmen des zeitgenössischen Jazzpianos. Geboren und musikalisch geprägt in New Orleans, verbindet er die reiche Tradition dieser Stadt mit einer modernen, offenen Spielweise. Seine Karriere führte ihn bereits auf die bedeutendsten Bühnen der Jazzwelt, nicht zuletzt ins legendäre Village Vanguard in New York, wo auch sein aktuelles Album „Southern Nights“ entstand. Dieses Werk gilt als Höhepunkt seines bisherigen Schaffens und unterstreicht seinen Ruf als Grammy-prämierter Ausnahmekünstler und wir durften einige Stücke an diesem Abend live miterleben. Begleitet wurde Fortner von Tyrone Allen II am Kontrabass und Kayvon Gordon am Schlagzeug.

Das Trio präsentierte sich sofort als eingespielte Einheit, deren Zusammenspiel von großer Aufmerksamkeit und Virtuosität geprägt war. Besonders eindrucksvoll war für uns Zuhörer, wie selbstverständlich sich die Musiker musikalische Räume öffneten und wieder schlossen, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Die dargebotenen Stücke reichten von fein nuancierten Balladen bis hin zu
rhythmisch anspruchsvollen Kompositionen, in denen Fortners Wurzeln in der Musik von New Orleans ebenso durchschimmerten wie Einflüsse aus Post-Bop und klassischem Jazz. Der überwiegende Teil der Anwesenden Bundesbrüder verfolgte das Konzert mit gespannter Aufmerksamkeit und sichtbarem Wohlwollen.

Gleichwohl zeigten einige Bundesbrüder mehr Interesse an der Zigarrenbar im ersten Stock des Gebäudes. Diese Aufteilung wurde von allen Seiten gelassen aufgenommen und trug dazu bei, dass jeder
den Abend nach seinen persönlichen Vorlieben gestalten konnte – Jazz kann und muss schließlich auch nicht jedem gefallen. Nach dem letzten Stück fanden sich die Bundesbrüder wieder zusammen, um das Erlebte in einer nahe gelegenen Döner Revue passieren zu lassen. Insgesamt kann der Abend als äußerst gelungen bezeichnet werden. Der Konzertbesuch verband musikalischen Anspruch mit gepflegter Geselligkeit und bot reichlich Gesprächsstoff auch über den eigentlichen Anlass hinaus.

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